Bildungssystem Blues

Letzte Philosophieschularbeit,

man weiß das man sitzen bleibt, wenn man nur noch;
„Ich weiß das ich nichts weiß“, auf das weiße Papier hinschreibt.

An den nervösen Blicken der anderen ist bereits zu erkennen, dass sie auch nicht viel mehr Punkte ihr Eigen nennen und der letzten Stift am Papier kratzt und hofft das er,
wenn er sich den auf den Relativismus berufe, noch ein paar Punkte abschwatzt,

den alles Wissen sei relativ und das nicht gelernt habe sei somit auch relativ egal,

aber relativ egal war das auch der Lehrerin, die schreib eine fünf unter seine relativ leere Arbeit hin.

Während noch die letzten Stoßgebete gen Himmel gleiten,

plötzlich ließe man sich von Gott leiten, hätte er denn ein paar Antworten parat,

sind die anderen schon vom Glauben abgefallen lassen Champagner Korken knallen und feiern ihren verfrühten Schulaustritt, die Lehrerin feiert in der letzten Reihe mit.

Jeder Schüler kann ein Lied davon singen und es ist stets dieselbe Melodie,

eine Ode an verlorene Freiheit, eine Schüler-Lebensphilosophie.

Aber warum das Ganze?
Es ist doch wirklich ein hervorragendes Bildungssytem,
wir alle werden auf unsere Fehler gedrillt, das Bifi hats bequem.
Wir wissen ja alle was gute Bildung ausmacht;
eine Test-Intelligenz wo man am Ende alles wieder vergisst,

ein auf Durchschnitt gepoltes Bewertungssystem wo man jeglichen individuellen Fortschritt vermisst,
und zu guter Letzt,

ein Bildungssytem das Humbolds Träume in der Luft zerfetzt.
Wer braucht schon lebendes Wissen, Resilienz, Kreativität,
für solche Kleinigkeiten ist es sowieso schon zu spät.
Es wird lieber reformt bis sich die Balken biegen,
aber diese bösen weltfremden Reformpädagogen sind ja nie zu frieden.
Man hat es doch versucht und die Probleme sind bekannt,
aber neue Ansätze werden ja grundsätzlich nicht anerkannt.
Ja sie wissen alle sie müssten etwas tun, aber nicht was,

ja so ein Bildungspolitiker zu sein, nein das macht keinen Spaß.

Es liegt ja auch an uns, der schwere Druck vom Pisa Test,
ein humankapitalistisches Prüfungsmanifest,

welche außer ökonomischen Bewertungen für Individualität  leider keinen Platz mehr lässt.
Aber Mister Pisa hat ja sein nötigstes getan,
der ganze deutsche Sprachraum befindet sich nun im Bildungswahn.
Für Pisa ist eines klar, Bildung bezahlt man am besten bar.
Nur die wirtschaftliche Zukunft zählt und China wurde aufgrund dessen zu PISAS Lieblingen erwählt.
Nach China sollte man sich richten, so sollte man es machen,

in China kennt man sich aus in Bildungssachen.
Dort wo man nicht mehr als eine Zahl auf einem weißen Papier ist,

wo man jegliche Freizeit vermisst und einen der Stress innerlich auffrisst.
Dort wo man sich erhängt wenn man es nicht in die Hochschule schaffte,
dort wo man eine Schande für die Familie war, wenn man Mathe mal nicht raffte.
Achja, China hat wohl das durchdachteste Bildungssytem der Welt,
dort im Land der aufgehenden Sonne, wo dein Leben mit den Noten steht und fällt.
Die neue Methode heißt „Binge-Lernen“, wo man alles  Wissen in die Kinder reinklopft,
man würgt es ihnen hinein, ja denn,
nur das kann wahre Bildung sein.

Wir machen aus Kinder kleine „Burn-out-Kerzen“, die langsam ausbrennen,

nur damit sie später einen neun zu fünf Job ihr eigen nennen.
Immer schneller, mehr effizientes Lernen ist hier das Schlüsselwort, Kind sein als Hochleistungssport. Am besten fängt man schon bei den Kleinsten an, toll wenn mein vierjähriges Kind schon zwei Sprachen aber sich nicht selbst die Schuhe binden kann. Früh sollte man fördern, die Kindheit schon in Monate eingeteilt, zerteilt aufgegliedert und strukturiert, keine Angst Kind, wir sorgen dafür das dir nichts Unerwartetes passiert. Hohe Anforderungen müssen sein, schließlich wird die Elite früh aussortiert. Nun haben wir es endlich, das kompetenzorientierte Kind, wir haben es geschafft, das unsre Kinder alle gleich sind.
Am Mittelwert wird sich orientiert, Fehler sind schlecht, die Allgemeinheit brilliert.
Man lernt wohl am besten aus Lesen und Schreiben, schön das manche Dinge immer beim Alten bleiben. Tradition schreibt unser Schulsystem groß, denn genau deswegen kommen wir nicht mehr vom Taylorismus los. Aber Herr Taylor hatte doch so gute Ideen, er und Mister Pisa würden sich sicher gut verstehen. Getestet wird laut ihm nur an einem Ort, zu einer bestimmten Zeit, es gibt nur einen Lösungs-Weg und er wird erarbeitet bis zur kleinsten Kleinigkeit, Lernen als Einbahnstraße, tolle Sache, mit dem kommen wir sicher weit!
Man stelle sich vor, es gibt sogar viele naive Lehrer die es trotzdem anders probieren, als würde Schule wirklich so funktionieren!
Nein solche Lehrer schließt das System zum Glück schnell aus, den auch sie verfallen irgendwann dem Bildungs-reformchaos.
Schlüsselkompetenzen, Zentral Matura, Nost in Süd und Ost Österreich, fünfer aufschieben, eine früh-früh Warnung, da wird einem ja die Birne weich.
Nicht genügend, beschreibt wohl am besten die Situation, genug reformt, wir brauchen eine Bildungs-Revolution.
Warum nicht in unsere Kinder investieren, wir haben ja auch für Pleiten genug Geld, das hat mir zumindest ein kleines Eurofighter-Vögelchen erzählt.

Nennt mich bemessen, ich bin ja erst 16 und mitten im Bildungsystem drin,

doch bei Kompetenzen kommt mir etwas Anderes als die Zentral Matura in den Sinn.
Kreativität, abstraktes denken, Problemlösungs-, Selbstbildungsfähigkeiten,

das bilde ich mir unter Bildung ein.
Ja die Kinder sind unsere Zukunft, aber lasst sie doch im jetzt noch Kinder sein.

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Kein Beitrag, nur ein Gedanke

Kein Jahr, nur ein Buch.
Kein Monat, nur ein Kapitel.
Kein Tag, nur eine Seite.
Keine Stunde, nur ein Satz.
Keine Minute, nur ein Wort.
Keine Sekunde, nur ein Punkt.
Kein Ziel, nur ein Wegweiser.
Kein Leben, nur eine Geschichte.
Kein Gedanke, nur eine Idee.

Bücher zum Erleben.
Kapitel zum Schreiben.
Seiten zum Erinnern.
Sätze zum Deuten.
Wörter zum Sammeln.
Punkte zum Verbinden.
Wegweiser zum Folgen.
Geschichten zum Hören.
Ideen zum Haben.

Ich sehe was – was ihr nicht seht.

Weist du was ich denke?

Ich sehe was – was ihr nicht seht.

Doch schenke, ich euch nun mal den Blick durch meine Augen, damit ihr besser versteht.

Jeden Tag ziehen Sekunden, Minuten, Stunden meines Lebens mich ein Stückchen näher zu dessen Ende heran.

Jede Sekunde weiß ich, irgendwann, dann …

Doch ich ändere nichts daran, denn ich weiß nur einen Weg, wie man länger leben kann.

Tatsächlich geht es nicht darum länger zu leben.

Geht nicht darum es bis zum Ziel zu schaffen.

Es geht darum der Zeit Bedeutung zu geben, uns für unser wahres Leben aufzuraffen.

Ich rede nicht von großen Taten oder Sturm und Drang.

Da ihr ja durch meine Augen seht – kann ich’s euch verraten, wir alle leben unter Zugzwang.

Tu das – dann wirst du jenes werden.

Tu jenes – und du bist am Ziel.

Welch schön einfaches Leben, doch diese Genugtuung kann ich euch nicht geben, lebt so und ihr werdet schneller sterben, denn das Leben ist wie ein Spiel.

Es geht nicht darum als erster ans Ende zu gelangen – spiele so Musik und du brauchst eigentlich nicht anzufangen.

Das Leben ist spielerisch wie ein Kind – es denkt nicht daran was es am Ende eines Spieles gewinnt – solange man es nicht darauf trimmt.

Lebe dein Leben am schnellsten – sei als erster am Ziel, lebe so und du hast das ,,Wettrennen“ unsrer Zeit gewonnen, doch das bringt dir nicht viel.

Fängst du am Ende erst zu Leben an, lebst du nicht mehr lang.

Ich sehe was – was ihr nicht seht.

Etwas das zwischen den Zeilen dieses Lebens steht.

Spielt, lebt so viel ihr könnt, verschiebt es nicht auf morgen. Egal was heute war oder ist – noch ist man am Leben, dass man irgendwann stirbt – dafür wird die Zeit schon sorgen.

Frustrationstoleranz

Schon wieder gelöscht, weil ich in den Tiefen meines leeren Kopfes nach besseren Wörtern suche.
Schon wieder gelöscht, weil ich die Ideenlosigkeit meines müden Gehirnes verfluche.
Wenn Kreativität wirklich ein Geist sein sollte, der einen beseelt, dann ist meiner wirklich zu spät.
Writers Block? Nah – ich meine eher Stress-Schock.
Schockstarre, weil ich von einer weißen Seite wirklich nichts erfahre. Ideen fließen dir immer zu, wenn man schreibt – ja das glaubst auch nur du, nicht ich.
Eines weiß ich sicherlich, es ist nicht Zuckerschlecken und Honigkuchen, manchmal würde ich es am liebsten verfluchen.
Dann irgendwann,
fängt man auch an, zu entdecken, dass es auch nochmal so etwas wie Schule gibt – ich hätte schon längst damit aufgehört, hätte ich mich nicht so darin verliebt.
Ich kann es einfach gerade nur nicht mehr fassen – ich muss echt mal Druck ablassen. Hier bei uns heißt es ja „leise sein“, hast du Kummer, Stress oder Frust, meine Güte von mir aus auch alles gemeinsam! Friss es rein.
DU hast zu funktionieren, funktioniert aber so nicht, zumindest, wenn man von kreativen Impulsen spricht!
Was könnte ich jetzt wohl schönes (in Gedicht Form), aus meinem Leben erzählen – ehrlich? Soll ich euch mit Prüfungen, Schlafentzug und meiner schon wieder aufsteigenden Freude auf die kommenden Ferien, quälen?
Versteht mich nicht falsch, ich bin die komische die gerne in die Schule geht. Die komische die auch Montagmorgens mit einem fröhlichen „Guuuten Morgen, Ladies!“ und einem breiten Grinsen in der Klasse steht – aber für die Dinge die ich wirklich Liebe, für das hatte ich gerade wenig Zeit. Es raubt mir Energie und Ideen, wenn ich nichts anderes mache als auf meine Leistungen und auf den mit Prüfungen vollen Terminplan zu sehen.
Bis ich da bin, wo ich hinwill, fehlt es noch weit – ich weiß ich muss durchbeißen, schulisch gesehen, aber dennoch ist es leichter, wenn man zwischen drinnen mal stehen bleibt – um sich umzusehen.

Schule auf Abwegen

Ich denke also bin ich.
Ich schreibe, also bin ich?
Ich schreibe, also suche ich mich, in der Schule, nein, wohl eher unter der Schulzeit, verbinde ich schnöde Worte. Zur hochgelobten Aufmerksamkeit, fehlt es noch weit. Schreibe mich in die ferne, hinweg an ruhige Orte. In ein Haus am See, soweit ich seh – nur Wald. Ich höre Vogelgezwitscher und Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht, ein wundervolles Schauspiel von Schatten und Licht. Strahlen graben sich tief in das dunkle Wasser, der flüssige Spiegel, spiegelt eine fremde Welt, jeder Sonnenstrahl am Wasser – wie ein Stern der vom Himmel fällt.

Emigration =Auswandern
Immigration = Einwandern
2006: 38. Mio. (Sudangeteilt, arabischer Frühling) und 2016: 66 Millionen Menschen auf der Flucht
1) Syrien: .5 Mio
2.) Afghan. 2,5 Mio
3) Südsudan 1,4 Mio
Mein Bild von Geographie unterbrochen – wir haben gerade von Flucht gesprochen.
Mein Sternenhimmel verschwunden, See ausgelaufen, mein Wald von Millionen Menschen eingelaufen. Menschen sie flüchten, von hier nach dort – aus aller Welt – in meine Welt.
Mein Refugium verschwunden, meine Wörter wieder angeleint, an Fakten gebunden, mich selbst schon wieder in Gedanken verloren.
Fremde Wörter von bekannten Gesichtern verdrängen meine zarte Welt. Mein Konstrukt der Realität, eine fremde Version von mir selbst – die mit jedem Wort steht und fällt

Bühnen dunkel

Von einem Funken entfachte Leidenschaft – zu loderndem Feuer entbrannt.

So scheinend, so leuchtend mit jedem Wort das man spricht – ein Wort für jedes Herz und man teilt dieses Licht.

Das ist es, was es heißt auf einer Bühne, im dunklen Schwarz zu stehen, man blickt um sich und beginnt leuchtende Farben zu sehen.

Sehen wir genau auf die Dinge, auf diese nach Freiheit schmeckende Welt,

geben wir einander Aufmerksamkeit, wird alles zur Bühne – zur wahren Kunst, die unsrem Leben Bedeutung gibt – unsre Herzen erhellt.

Nachtwanderer

Lasst uns in die Stadt der Gedanken gehen, uns langsam beim verschwinden zusehen, während wir uns durch enge Gassen drücken und immer weiter unsrer Welt entrücken.

Während die Abenddämmerung draußen nach Untätigkeit fordert, lodert in der Stadt noch helles Licht. Rastlos wandern wir während wir die Wege Pflastern mit Wörtern ungesprochen,

ungebrochenes Schweigen stört die Bedeutung unsrer Sätze nicht.

So während dort draußen dunkel vor den Toren ruht öffnen sich im innersten die Pforten zu erkunden was sich hinter den Gedanken tut.