Ein erfolgreiches Leben

Ich habs geschafft. Jetzt, jetzt bin ich endlich erfolgreich – groß rausgekommen.

Reich an allem was ich je wollte, was ich mir je wünschen könnte besitze ich.

Gut, besitzen ist wahrscheinlich das falsche Wort.

Und, nur mal unter uns, mit 1,60 bin ich doch vielleicht nicht so „groß“ rausgekommen.

Außerdem, wo wir gerade so aufrichtig darüber sprechen, richtig viel Materielles besitze ich nicht wirklich.

Als nichts von hohen Geldwert meine ich.

Eigentlich bin ich auch gerade ziemlich knapp bei Kasse, wenn man genauer hinsieht.

Aber –

das berühmte „aber“,

darauf habt ihr ja gewartet oder ?

Jetzt kommt der Moment,

der Wendepunkt an dem ich euch von meiner glorreichen Metapher erzählen werde.

Der eine Moment wo ich über immaterielles Glück und Freude im Leben sprechen werde, wieviel das alles nicht wert sei und ihr, zufrieden wieder einen Text richtig erwartet zu haben, nach Hause auf eure Homepages geht – oder sonst wo hin, woher soll ich wissen was ihr so treibt im Internet ? – und diesen Text wieder vergesst.

Nah – darauf habe ich heute keine Lust. Ich meine ihr könnt das gerne machen.

Wüsste ja selbst nicht ob ich so lange einen Text lesen würde, wo die Verfasserin von ihren Lesern in der Mehrzahl spricht, obwohl vielleicht nur eine Person diesen Text überhaupt liest.

Vom bis-zum-Ende lesen wage ich gar nicht zu sprechen.

Aber vielleicht ist dem einen einsamen Leser oder der einsamen Leserin gerade langweilig und sie/er entschließt sich, vielleicht sogar aus Trotz, weiter zu lesen.

Bitte, wie du willst.

Ja ich duze dich jetzt.

Immerhin sind wir ja jetzt zu zweit.

Also so zwischen uns beiden,

ich fühle mich gerade wirklich zur Zeit ziemlich gut.

Um nicht sogar erfolgreich zu sagen.

Ich habe mich viel mit meiner Vergangenheit auseinander gesetzt. Das machen manche über-melancholischen jung Erwachsene oft so, wenn sie vor einer großen Entscheidung stehen die ihnen Angst einflößt.

Dabei bin ich auf einen ziemlich interessanten Brief gestoßen.

Einen den ich selbst vor 5 Jahren geschrieben hatte – an mich in fünf Jahren.

Ein verzweifeltes jüngeres ich hoffte das jetzt alles besser wäre. Das wir es aus bestimmten Situationen heil rausschaffen würden.

Aus den meisten haben wir das auch, an einigen arbeite ich immer noch.

Aber hey – immerhin, ich fühle mich in Vergleich zu vor fünf Jahren so viel reicher.

Reicher an Erfahrung.

Reicher an Freunden.

Reicher an innerer Ruhe.

Ich bin gewachsen, nicht nur gealtert, sondern in meinem Innersten weiter gekommen.

Irgendwie denken wir viel zu selten daran, einmal hinter uns zu blicken, wie weit wir es eigentlich schon geschafft haben, oder nicht?

Hey, da wir zwei ja jetzt schon so persönlich uns austauschen, liebe/r letzte/r aus Trotz lesende/r LerserIn, – man gendern nervt echt – würde ich dir das echt empfehlen.

Blicke mal zurück.

Trau dich.

Schau wie reich du geworden bist.

Wie weit du gekommen bist.

Zumindest so weit, das du diesen Text bis zum Ende ertragen hast.

Gut gemacht.

Homo Medialus

Jugendlich?
Bin ich in Person,
ich vertrette medial´ne ganze Generation,
vom Internet erblindet,
die sozial nichts verbindet,
ihren Sinn,
ihren Zweck im Spiegel wiederfindet.

Bin nur ein zentel von zentausend
und
online so präsent,
das sich beim Bild der Jugend,
sofort mein Bild aufdrängt.
Bin nicht hip,
sondern Hipster
vong eins Sprache her
grammatik
und richtig schreiben,
fällt mir richtig
schwer.
Meine Meinung
im Netz,
die pol-arisiert
ich schreie so laut,
bis es jeder kapiert,
Ich, like
share
twittere los,
meine Anteilnahme die is so
richtig groß.

Ich bin Homo medialus
und natürlich sozial
so natürlich sozial
wie meine Filter auswahl.

Bin so jugendlich,
wie´s ihr im Fernsehn seht,
so jugendlich,
wie´s nur geht.
So überspitzt
radikal „Original“,
der klischee Teenie,
vom Rtl-Kanal.

Aber lass mal
keinen
Gedanken
verliern,
das die Medien
uns ,
falsch präsentieren,
einfach falsch informieren,
nicht regestriern,
das wir,
mehr kapiern, nicht kopiern,
auch die Jugend hat ein Hirn,
sind nicht
mehr

Faul,
trotzig und
anti-autoritär,
aber
recht viel mehr,
erwartet ihr nicht,
Ich rück das jetzt mal,
ins Rechte Licht,
Seit die Erde sich dreht,
man
Sprache versteht,
ist es so
das die Jugend schlecht da steht.
Paranoia vor der
Jugend,
pflanzt sich fort,
Juvanoia
das neue
Zauberwort.
Die Jugend ist kritisch,
aber nicht schlecht,
Die Jugend macht´s anders,
nur nicht
jedem recht.
Die Jugend bleibt stumm,
weil ihr uns überseht.
Die Jugend ist faul,
weil ihr uns übergeht,
Die Jugend ist unser
Untergang,
mit der Jugend fängt die Zukunft an.

Gefallen

Serien zu schauen und zu schreiben – funktioniert nicht so gut wie ich mir das gedacht hätte.
Wirklich nicht,
ich sollte das echt lassen.
Aber gut, hier gilt es zu beweisen das Multitasking möglich ist, auf eine gewisse Weise zumindest.
Der Protagonist der Serie, zuweilen auch der Antagonist, nun er ist der Teufel – eine ziemlich lange Geschichte– steht gerade an einem Wendepunkt seines Lebens.
Alles läuft ihm gerade durch die Finger, er verliert die Kontrolle über sein Leben und sich selbst. Besser gesagt der Teufel – das personifizierte Böse – leidet unter einer Identitätskrise.
Er ist sich nicht mehr sicher wo er steht, Himmel und Hölle geraten für ihn gerade aus den Fugen und er steht dazwischen,
wortwörtlich gesprochen; er befindet sich gerade auf der Erde.
Genauso wie ich.
Ich hatte immer schon einen gewissen Fabel für diese durchgeknallten,gebrochenen, verrückten und genialen Außenseiter.
Ja, in diesem Zusammenhang – auch für den Teufel.
Dennoch, muss ich ehrlich zugeben, fühle ich mich diesem Charakter gerade näher als sonst, er und ich stecken in einer ähnlichen Situation. Nur das meine Problemchen nicht kosmischen Ausmaßes sind, wie er es formulieren würde.
Stimmt, sind sie nicht.
Aber mein Leben befindet sich auch gerade auf Durchzug.
Im rapiden Wandel des letzten Schuljahres wird man meist einfach mitgerissen ohne wirkliche Kontrolle oder Halt.
Für jemanden der Tag ein Tag aus seit 13 Jahren nur an die Schule denkt, scheint die Möglichkeit aus diesem System auszusteigen und diese Kontrolle zu verlieren doch etwas beängstigend.
Alles ist neu, alles fliegt und strudelt durcheinander und man bekommt das komische Gefühl in ein Loch ohne Boden zu fallen. Wie bereitet man sich auf etwas vollkommen neues vor? Na wohl eher gar nicht oder?
Dennoch ist es nicht leicht aus seiner Welt gerissen zu werden, immerhin passiert mir das ja zum ersten Mal in meinem gesamten Leben. Darauf kann keiner einen vorbereiten, von der Schule ganz zu schweigen.
Ich meine welche Lösungsansätze bietet die Pythagoras-Formel, um in einer Diskussion das richtige Maß an Sachlichkeit und eigener Emotion zu finden, ohne das man zu viel von letzteren Unterdrückt oder zu wenig an ersterem anwendet?
In welcher Maßeinheit wiege ich den Wert einer Freundschaft, die sich verkompliziert, weil man sich voneinander entfernt?
Ganz  zu schweigen, wo findet man auf einer Karte die Grenze zwischen Egoismus oder gesundem Selbstvertrauen?
Die Schule bildet vieles, aber meist nicht uns selbst.
Da die Meisten meiner Leidensgenossen mit ihrer Unsicherheit auch noch für sich bleiben, könnte man als einzelner dann auch noch das Gefühl bekommen, allein mit diesen Problemen zu sein.
So darf es also nicht wundern, dass sich viele von uns in so einer Zeit händeringend nach einem Vorbild, einem Partner umsehen, um irgend eine Form der Antwort zu erhalt.
Selbst wenn es wie in meinem Fall ein fiktiver Charakter, der Teufel höchstselbst ist,(Er nennt sich hier lieber Lucifer, der Lichtbringer in der gleichnamigen Serie) der sie liefert.
Wie ich, ist besagter Protagonist gerade aus seinem gewöhnten Habitat ausgestiegen und kämpft mit den unkontrollierbaren Folgen nicht mehr der König der Hölle zu sein. Er verliert langsam aber sicher seine so geliebte Kontrolle über all die Menschen und sein Umfeld.
Glücklich darüber ist er nicht.
Aber er lernt sich anzupassen.
Doch das Schwerste dabei war wohl nicht zu akzeptieren das sich seine Lage verändert hatte, damit kam er scheinbar gut klar.
Was ihm, wie den meisten von uns, am meisten erschreckte, war wohl das er sich selbst  veränderte, auch wenn er es Anfangs nicht wahr haben wollte.
Keiner hält den Lauf der Dinge auf – nicht ich – und auch nicht der Teufel.
Selbst dieser erkannte aber nach und nach, dass es nicht unbedingt schlecht ist sich weiter zu entwickeln.
Es hat gewiss seine Nachteile aber auch Vorteile sich mit der Welt weiter zu drehen, die nur ein großes fliegendes Durcheinander zu sein scheint.
Nun, wenn der Teufel,
der König der Hölle es hinbekommt seine Lage nicht nur zu tolerieren,
sondern auch sich selbst zu ändern,
dann sollte ich das wohl auch hinbekommen.
Es ist nicht alles rosig und Sonnenschein und schwarz ist nicht gleich schwarz.
Ich falle gerade etwas durch mein sonst geplantes Leben,
doch wenn dem Teufel neue Flügel wachsen,
kann ich vielleicht doch auch fliegen.

Recreation

Ist es ein Vogel?

Ein Flugzeug?

Nein es bin ich.

Auferstanden von den Maturanten und wieder im Online Jungle.

Mein bescheidenes etwas gewachsenes selbst, ist ab jetzt wieder in der Online Welt aktiv. Die Pause war mehr gezwungen als gewollt, doch inzwischen juckte es mir bereits so sehr in den Fingern das ich nicht mehr warten konnte. Für alle welche nicht gerade obsessiv mein Privatleben verfolgen; Ich habe mit letzter Woche mein erstes von sechs Fächern der Matura hinter mich gebracht. Das auch mit sehr guten Erfolg wie ich stolz behaupten darf. Ob dies nun die letzten drei Monate meines Lebens, ohne jeglichen sozialen Kontakt, dahinvegetierend und auf Schreib-Entzug wert war, lässt sich nun debattieren. Feststeht das ich es länger nicht mehr geschafft hätte meinen Geist und Körper so auszubeuten. Wer meint Schule sei nicht gesundheitsgefährdend hat noch keine Matura erlebt.

Aus meinen drei Monaten des Martyriums bin ich mit Rückenweh (vom sitzen und auf beschriebene Blätter über die Vermehrung von Pilzen starrend),

starkem Sodbrennen durch zwanghaftes Energy Drink trinken (Irgendwie musste ich ja wachbleiben um immer bis Mitternacht zu lernen) und

einem sagen wir nicht geraden erholten mentalen Zustand, aus der Höhle die mein Zimmer geworden war, herausgekrochen. Das Leben hat mich wieder. Daran muss man sich erst wieder gewöhnen.

Diese kleine Zahl auf dem Papier muss ihren Wert für mich noch beweisen.

Bis dahin genieße ich die Freuden eines Schularbeiten und Matura freien Oktobers. Diesen starte ich also sogleich mit der freudvollen Verkündung, dass es hier wieder aktive Lebenszeichen von mir geben wird.

,,Juhu! Darauf haben alle gewartet! Endlich! Wie konnte ich bis jetzt nur ohne planlose Schreibkunst und wirren Worten meinen Alltag bestreiten!“,werden sich die wenigen hartgesottenen Leser die hier noch geblieben sind, denken.

Keine Angst – euer Vorrat an getexteten Unrat, soll zumindest für dieses Monat wieder aufgefüllt werden.

Also – auf einen alten Neuanfang, frischen Mut und zu wenig Schlaf, einer nicht mal halbfertigen Maturantin, lasst uns alle gemeinsam anstoßen.

Alles liebe und weniger schlaflose Nächte als mir,

wünsche ich euch.

Wir hören uns.

Ausgedörrt

Gedanken sind

Aasgeier.

Sie kreisen und lauern,

auf eine Uhr,

das Ende der Zeit.

Sie stürzen und kauern,

vor ausgedörrten Wegen

auf neue Schatten

die sich flüchtig

über sie legen.

Keiner hinterfragt die Flügel,

ihre weite,

gefährliche Unendlichkeit.

Kein Zügel,

keine Grenzen, kein Handel

keine Fragen –

sie sind ihre eigene Antwort,

beständig im Wandel.

Sie laben sich am vagen

toten

vertrockneten Leben.

Sie reißen an den letzten Tagen,

zerren zukünftige Tote an

Sie zerstückeln vergangenes

laben

sich daran.

Kreisen um eine Zukunft krallen sich in alles

fest.

Gedanken

sind Aasgeier

verlassen doch nie das Nest.

Schatten

Schau auf die Menschen,

schau auf die Welt.

Wie sie biegen, formen und brechen,

wie sie bersten, schneiden und

stechen.

Wie sie verachten, verhöhnen und

vergessen,

wie sie kalkulieren, begrenzen und

messen.

Schau auf die Menschen,

schau auf die Welt.

Die sich nach ihrem Willen biegt,

sich formen

lässt.

Sie brechen wie Wellen,

zerbersten am kläglichen

Rest.

Sie schneiden das Leben,

erst stechen sie,

dann stecken sie fest.

Sie verachten das Licht und

verhöhnen den Frieden.

Sie vergessen einander,

kalkulieren das Lieben.

Sie begrenzen alles,

und messen den Wert,

schaut der Mensch seine Schöpfung?

Die Welt die er entehrt ?

Jubiläum und neue Wände

Tadaaa – nun ist es so weit.

Mein kleiner bescheidener Blog wird drei Jahre alt. Auch wenn es für den Außenstehenden nicht so wirkt, persönlich hab ich auf dieser Seite viel erreicht.

Mich schreibtechnisch weiter entwickelt und mich zu neuen Ufern aufgemacht!

Um so mehr freut es mich natürlich, dass ich sogar den ein oder anderen Leser/Leserin anlocken konnte um meine Texte zu teilen.

Um diese drei Jahre gebührend zu würdigen habe ich beschlossen ein kleines Projekt, welches mir schon länger im Kopf herumschleicht zu verwirklichen: mein eigenes literarisches Sanatorium !

Aka einen neuen Blog, auf welchem artig wie ich bin, meine Gedanken zu bestimmten Dingen mit euch teilen werde !

Ich freue mich darauf diese neue Reise anzutreten und die begonnene weiter zu führen.

Auf die nächsten drei Jahre😊